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DER AUGENSPIEGEL ALS OPTOMETER.
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UND
DER AUGENSPIEGEL ALS OPTOMETER.
VON.
Ds FRANZ MOHR,
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WÜRZBÜRG 1870.
DRUCK DER STAHEL'SCHEN BUCHDRUCKEREI.
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In Nachstehendem übergebe ich den Herrn Collegen die Beschreibung eines von mir erfundenen Apparats „Zur Erlernung der Ophtkalmoscopie und zur TJebung im Gebrauche des Augenspiegels als Optometer u nebst einer kurzen Be- schreibung der ßefractionsanomalien der Augen und des zu ihrer objektiven Bestimmung einzuhaltenden Verfahrens, wie solches seit einigen Jahren im hiesigen Militärkranken- hause mit bestem Erfolge geübt wird.
Wie schwierig die Handhabung des Augenspiegels, das Auffinden und Festhalten der richtigen Beleuchtung des Augenhintergrundes, das Ausserachtlassen des störenden Hornhautreflexes u. s. w. anfangs dem Lernenden wird, wie wenig ermunternd die vielfachen vergeblichen Unter- suchungsversuche für denselben, wie peinlich sie für den Untersuchten sind, wie selten und schwierig passende Fälle sich finden lassen, weiss gewiss Jeder, der diese Schule durchzumachen hatte.
Um so sicherer hoffe ich, dass der neue Apparat, wel- cher diesen bisher so beschwerlichen Weg ebnet und mit Leichtigkeit zur Erlernung einer der schönsten und lohnend- sten medicinischen Kunstfertigkeiten führt, nicht unbeachtet wird gelassen werden.
Eine möglichst kurze Darstellung der vereinfachten Methode, „mit Hilfe des Augenspiegels Refractionsbestimm- ungen der Augen vorzunehmen," habe ich angefügt, da ich die Gelegenheit nicht ungenützt vergehen lassen wollte, dieser bis jetzt leider so wenig beachteten Verwendung des Ophthalmoscops auch in weiteren Kreisen neue Freunde zu gewinnen.
Würzburg, 1870.
Dr. Mohr,
Eine der glänzendsten Errungenschaften der Neuzeit im Gebiete der physikalischen Untersuchungstechnik ist unstreitig das Ophthal- moscop, welches in der Augenheilkunde, man kann sagen , eine neue Aera begründete, indem es nicht allein für die Diagnose und Therapie bei Erkrankungen tieferer Augengebilde von entscheidendem Einflüsse ist, sondern auch für eine genaue Ergründung der Refractionszustände und zur Aufdeckung der mit ihrem Abweichen von der Norm ver- bundenen Sehstörungen eine ganz besondere Wichtigkeit hat.
Allein trotz aller dieser Vorzüge konnte dieses herrliche Instru- ment nicht Gemeingut der Aerzte, nicht einmal der jüngeren Gene- ration derselben werden, und forschen wir den Ursachen nach, worin diese auffallende Thatsache ihre Begründung findet, so erkennen wir als die hauptsächlichste wohl die Schwierigkeiten, welche bei den ersten Anfängen von Jedem zu überwinden sind; welche Schwierig- keiten oft alle Lust zur Fortsetzung der Uebung benehmen, wenn sie gross genug erscheinen, um als unübersteiglich zu imponiren.
Allerdings müssen verschiedene Umstände günstig zusammen- treffen, um den Neuling zu einem erspriesslichen Resultate gelangen zu lassen, unter denen die bemerkenswerthesten : Ausdauer von Seite des Lernenden,
Erfahrung und Unverdrossenheit von Seite des Lehrenden, Zahlreiches und leicht zur Verfügung stehendes Material ; für gewöhnlich Personen, die sich nicht allein willig unter- suchen, sondern auch, wenn nöthig, zur Erweiterung der Pupille und Lähmung der Accomodationsthätigkeit für einige Zeit, mit Atropin behandeln lassen. Wie selten diese Erfordernisse vorhanden sind , haben gewiss schon Viele zu ihrem Leidwesen erfahren und wer erinnert sich nicht selbst der anfangs mit seinen ophthalmoscopischen Studien verbun- denen Mühen, die dem Geübten später unbegreiflich erscheinen wür- den, wenn die tägliche Erfahrung ihn nicht lehrte, dass es jedem Anfänger nicht besser ergeht.
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Wegen dieser Schwierigkeiten geschieht es auch, dass die Meisten mit der Auffindung des reellen, umgekehrten, Bildes sich zufrieden geben , ja sogar mit undeutlichen , durch sphärische Aberration ver- zerrten Bildern sich begnügen und nicht die nöthige Ausdauer be- sitzen, den Mühseligkeiten bei der Aufsuchung des virtuellen, auf- rechten, Bildes sich zu unterziehen, welche durch schwierigere Auf- rechthaltung der Beleuchtung und durch die Notwendigkeit veran- lasst werden, bei dieser Art der Untersuchung auch die Refractions- verhältnisse der Augen berücksichtigen zu müssen. Und doch ist diese letztere Art der Untersuchung wegen der durch beträchtlichere Vergrösserung *) gewonnenen Deutlichkeit und der durch Ausschluss sphärischer Aberration erzielten Genauigkeit der Bilder die bei weitem wichtigere, namentlich zu Detailuntersuchungen, und unentbehrlich, wenn es sich darum handelt, mit dem Ophthalmoscope Refractions- bestimmungen vorzunehmen, die bei gehöriger Uebung des Unter- suchers vollkommen exakt und verlässig sind.
Wie ausserordentlich wichtige und bei richtiger Vornahme un- trügliche Dienste der Augenspiegel in dieser Verwendung leistet, geht am einfachsten daraus hervor, dass der Beobachter bei dieser Unter- suchung ganz selbständig, von den Aussagen und Angaben des Un- tersuchten ganz unabhängig bleibt, indem der Beobachter gleichsam mit dem Auge des Untersuchten, wenigstens mittelst der lichtbrechen- den Theile dieses Organs sieht und ausserdem etwa vorhandene Trüb- ungen der durchsichtigen Medien oder Anomalien der tieferen Augen- gebilde sogleich wahrzunehmen im Stande ist.
Nicht allein das wissenschaftliche Interesse, sondern auch die grossen Vortheile, welche aus dieser Untersuchungsmethode**) er- wachsen, fordern daher zu ihrer Cultivirung auf, da auf diesem Wege Krankheitsursachen und Sehstörungen leicht erkannt werden können, die ausserdem verborgen bleiben oder nur auf umständlichere Weise zu eruiren sind.
*) Während die Vergrösserung bei Anwendung von Linse -\-2" zur Erzeugung des umgekehrten Bildes zwischen einer 3- und 9fachen schwankt, ist sie im auf- rechten Bilde eine 9- bis 21fache, je nach den verschiedenen Refractionszuständen und den angewendeten Correktionsgläsern.
**) Meine praktischen Erfahrungen haben mir für Lehrende wie Lernende einen grossen Vortheil darin erkennen lassen, dass nicht allein, wie es gewöhnlich im Anfange der ophthalmoscopischen Uebungen (namentlich im virtuellen Bilde) ge- schieht, das zur Untersuchung bestimmte Individuum mit Atropin behandelt wird, sondern dass auch der Beobachter durch Einträuflung einer schwachen Atropinlösung seine eigene Accomodationsthätigkeit beschränkt.
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Namentlich aber ist für Militärärzte eine solche Bestimmung der Leistungsfähigkeit der Augen, die auf ganz objektiver Basis beruht, oft ein dringendes Bedürfniss, dem auf keine andere Weise Genüge gethan werden kann, da das umgekehrte Bild — höchste Grade von Myopie ausgenommen — zur Bestimmung der Refraction , wenn es sich um einigermassen Genauigkeit handelt, nicht zu verwenden ist.
Bekanntlich erkannte schon Helmholtz, der Erfinder des Augen- spiegels, 1851 die Möglichkeit, mit Hilfe dieses Instruments von dem Refractionszustande des beobachteten Auges sich zu überzeugen und heute noch ist die von ihm angegebene Methode durch keine bessere verdrängt worden; später 1856 setzte Eduard v. Jäger die Verhält- nisse, welche für diesen Zweck in Betracht zu kommen haben, näher auseinander und in der neuesten Zeit haben namentlich Mauthner*) und Donders die Aufmerksamkeit der Aerzte dieser Untersuchungsmethode zugewendet. Besonders war es der letztgenannte Forscher, der durch seine wichtigen Arbeiten über die Refraction und Accomodation der Augen zugleich die Mittel zur Erkenntniss ihrer Anomalien genau bestimmte, so dass seine Lehre die fruchtbarste Anwendung in der Augenheilkunde gefunden nicht allein für die Verbesserung der Sebstörungen durch Brillen , sondern auch durch Aufklärung früher dunkler Krankheitszustände und dadurch ermöglichte Heilung derselben.
Für Ophthalmoscopiker, welche in der Untersuchung im aufrech- ten Bilde gewandt sind, hat die Methode der Refractionsbestimmung mittelst des Augenspiegels keine besonderen Schwierigkeiten , da die Verhältnisse, welche hiebei zu berücksichtigen sind, ihnen schon be- kannt sein müssen. Dieselben sind übrigens einfach, denn die Art und Weise, wie es in jedem speziellen Falle ermöglicht wird, ein voll- kommen deutliches und scharfes (virtuelles) Bild des Augenhinter- grundes zu erhalten, die zur Veränderung des Ganges der Lichtstrah- len für den Untersucher benöthigten Corrections- und gegebenen Falls Neutralisations-Gläser liefern die Anhaltspunkte zur Bestimmung des dioptrischen Werthes der Refraction des untersuchten Auges.
Daher ist es
1) noth wendig, sich eine klare Vorstellung der verschiedenen Refractionszustande der Augen zu machen.
Unter Refractionszustand versteht man das Verhalten des Auges in Bezug auf Brechung und Vereinigungsweite von Lichtstrahlen, die es vermöge seines Baues und der anatomischen Anordnung seiner ein- zelnen Theile unabhängig von Accomodationswirkung ausübt.
*) Lehrbuch der Ophthalmoscopie von Ludwig Mauthner. Wien 1868.
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Da man für jedes centrirte System brechender Kugelflächen ein System von nur zwei solchen Flächen substituiren kann , welches ebenso grosse und ebenso gelegene Bilder entwirft wie jenes, wenn auch selbst der Stoff verschieden ist, so kann man die ganze dioptrische Wirkung aller lichtbrechenden Theile des Auges mit der einer Sam- mellinse von gleicher Stärke vergleichen ; und da bei allen Linsen ihre dioptrische Kraft nach ihrem Verhalten zu parallel auffallenden Lichtstrahlen (nach ihrer Hauptbrennweite) bemessen wird, so ist dies auch hier der Fall.
Schon Kepler hat nachgewiesen, dass im menschlichen Auge ähn- liche Verhältnisse obwalten , wie in einer Camera obscura , deren wesentlichste Theile aus einer Sammellinse und dem die Bilder auf- fangenden Schirme bestehen. Wie dieser Schirm im Hauptbrenn- punkte der Linse stehen kann oder nicht, so verhält es sich auch bei den Augen, wo alle licbtbrechenden Theile durch eine Sammellinse, die an dioptrischer Kraft ihnen gleich kommt, der auffangende Schirm durch die Retina repräsentirt werden.
Es kommt daher bei Beurtheilung und Eintheilung der Refrac- tionszustände der Augen die Lage des Hauptbrennpunkts (die hintere Hauptbrennweite) in Betracht, nämlich ob der Vereinigungspunkt parallel mit der Hauptaxe einfallender Lichtstrahlen in die (Stäbchen und Zapfenschichte der) Retina oder vor oder hinter dieselbe fällt.
Nach diesen drei Möglichkeiten theilt man die Refractionszustände ein in Emmetropie und Ametropie mit ihren zwei Unterarten (Myopie und Hypermetropie).
1) Ist das Auge der Art gebaut, dass es seinen hinteren Haupt- brennpunkt in der Retina hat, so wird dieser Refractionszustand als Emmetropie (E = *-) die Hauptbrennweite im richtigen Masse zur Länge der Augenaxe stehend bezeichnet und jede Abweichung von dieser Norm als Ametropie ausser dem rich- tigen Masse sich befindlich; und wirklich ist der Grund der Abweichungen in der Regel in verschiedener Länge der Augen- axe begründet, die in dem hypermetropischen Auge kürzer, in dem myopischen länger ist, als in dem emmetropischen Auge.
2) Fällt der Hauptbrennpunkt vor die Retina, hat die Haüptbrenn- weite im Vergleiche zur längeren Augenaxe ein zu kurzes Mass, bezeichnet man diesen Zustand als Brachymetropie , ein Verhältniss, das unter dem Namen Myopie längst bekannt ist.
3) Fällt der Hauptbrennpunkt hinter die Retina, geht also die Hauptbrennweite im Verhältniss zur kürzeren Augenaxe über das richtige Mass hinaus, hat man Hypermetropie, ein Zustand,
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dessen nähere Verhältnisse erst in der neuesten Zeit durch Donders präcisirt wurden.
Bei Myopie (M) hat daher der dioptrische Apparat im Verhält- niss zur Lage der Retina, zum Baue des Auges ein relativ zu grosses Brechungsvermögen und dieses plus an brechender Kraft kann mit dem Sammelvermögen einer Convexlinse (-}- i/m) verglichen werden, die soviel positive Brennweite (m") besitzt als die zur Neutralisation*) der Myopie benöthigte Concavlinse negative Brennweite haben muss.
Jene, möglichst nahe vor das Auge gebrachte Linse ist aber für dasselbe neutralisirend, welche es befähigt, im Zustande der Acconio- dationsruhe parallel einfallende Strahlen in seiner Retina punktuell zu vereinigen, welche also dessen Refraction, soweit es geschehen kann, der des emmetropischen gleicht macht.
Myopie = M == E + ym = i + i/m = + i/m.
Bei Hypermetropie (H) hat der dioptrische Apparat ein für den Bau des Auges relativ zu geringes Sammelvermögen und dieses minus an brechender Kraft kann mit dem Zerstreuungsvermögen einer ent- sprechenden Concavlinse (— i/h.) verglichen werden, die soviel nega- tive Brennweite ( — h") hat, als die zur Neutralisation der Anomalie dienende Convexlinse positive Brennweite haben muss.
Hypermetropie = H = E — i/h = ^ — i/h = — 7*-
Vor nicht gar langer Zeit galt noch die Presbyopie als derjenige Zustand, welcher der Myopie entgegengesetzt sei ; und zwar mit schein- barem Rechte, denn hier fand man das Gebiet der deutlichen Seh- weite zu nahe, dort zu ferne vom Auge. Die neueren Forschungen haben aber die Presbyopie als den normalen physiologischen Zustand des Auges in einer gewissen Altersperiode kennen gelehrt, bestehend in verminderter Accomodationsbreite , wodurch sich je nach der Lage des Accomodationsbereichs Sehstörungen geltend machen oder nicht. Eine Trennung der vom anatomischen Baue und der Lage der ein- zelnen Theile abhängigen Refraction von der durch Accomodation hervorgebrachten Wirkung war erst nach Erkenntniss des Wesens der Accomodation und der bei derselben im Auge eintretenden Veränder- ungen möglich, erst dann war man im Stande, eine Scheidung der betreffenden Anomalien vorzunehmen.
Da man jetzt fast allgemein annimmt, dass für den fernsten Punkt des deutlichen Sehens diejenigen Theile im Zustande vollständiger
*) Von dem Abstände des Neutralisationsglases vom Knotenpunkte des Auges ist abgesehen worden im Interesse der Einfachheit und Deutlichkeit. Es ist auch nur bei Gläsern mit sehr kurzer Brennweite nöthig, diesen Abstand zu berücksich- tigen (er beträgt einen halben Zoll).
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Erschlaffung sich verhalten, welche beim Sehen in der grössten Nähe in den Zustand grösstmöglichster Spannung sich versetzen, muss die Refraction bei Accomodationsruhe bestimmt werden. Desshalb benützt man auch bei subjectiven Bestimmungen der Refraction die Lage des Fernpunktes des Auges.
Der von dem Knotenpunkte des Auges entferntest gelegene Punkt, von dem ausgehende Lichtstrahlen ohne optische Correction (und ohne Accomodation) im Auge, in seiner Ketina punktuell vereinigt werden, wird als Fernpunkt bezeichnet.
Während dieser Punkt beim emmetropischen Auge in unendlicher Ferne liegt, befindet er sich beim myopischen näher oder ferner vor dem Knotenpunkte in der positiven Endlichkeit ; bei dem hypermetro- pischen näher oder ferner hinter dem Knotenpunkte in der negativen Endlichkeit, entsprechend der jedesmaligen Grösse der Ametropie.
Als einander entgegengesetzte Refractionszustände sind nunmehr Myopie und Hypermetropie erkannt und sind auch die von ihnen verursachten oder doch mit ihnen im Zusammenhange stehenden Seh- störungen entgegengesetzter Art:
Die Hypermetropie verursacht accomodative Asthenopie und Stra- bismus convergens , die Myopie dagegen musculäre Asthenopie und Strabismus divergens. *)
2) Ist es nothwendig, sich zu vergegenwärtigen, dass die aus dem Auge zurückkehrenden Lichtstrahlen denselben Brechungsverhält- nissen unterworfen sind, wie die eintretenden.
a) Das emmetropische Auge also, das im Zustande der Accomo- dationsruhe, der für die Folge immer vorausgesetzt wird, sei- nen hinteren Hauptbrennpunkt in der Retina hat, lässt umge- kehrt vom Augengrunde ausgehende Strahlen nach ihrem Durch- gange durch die Cornea — also in der Luft — parallel weiter gehen, oder doch nur so wenig convergent, dass sie als parallel betrachtet werden müssen, so dass sie sich erst in dem in der Unendlichkeit liegenden Fernpunkte wieder vereinigen.
b) Das myopische Auge, das vermöge seines Baues für divergent auffallende Strahlen eingestellt ist, für Strahlen also, die von einem in der positiven Endlichkeit liegenden, näher oder ferner vor dem Auge sich befindlichen Punkte — seinem Fernpunkte — herkommen, gibt den von einem Punkte der Retina aus- gehenden beim Austritte in die Luft eine Convergenz nach
*) Näheres über diese interessanten Beziehungen findet sich in „Die Anomalien der Refraction und Accomodatien des Auges von F. G. Donders". Deutsche Aus- gabe von Otto Becker. Wien 1866.
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diesem Fernpunkte, z, B. bei Myopie = + 7io> wo der Fern- punkt 10 Zoll vor dem Knotenpunkte des Auges liegt, werden die von dem Fernpunkte ausgehenden, also divergent auf die Hornhaut auffallenden Strahlen in der Retina wieder vereinigt und umgekehrt sind von einem Punkte der Retina ausgehende Strahlen nach ihrem Durchtritte durch die Cornea so conver- girend, dass sie in dem 10 Zoll entfernten Punkte wieder sich vereinigen, c) Das Jiypermetropische Auge, das im Zustande passiver Accomo- dation nicht die Kraft besitzt, parallel eintretende Lichtstrahlen in seiner Retina punktuell zu vereinen, sondern nur entspre- chend dem Grade der Hypermetropie convergent auffallende, kann auch von einem Punkte der Retina ausgehende nicht parallel machen, sondern muss sie divergent austreten lassen und zwar gibt es denselben eine Divergenz, als kämen sie von seinem Fernpunkte, einem imaginären in der negativen End- lichkeit (hinter der Retina) liegenden Punkte her; z. B. bei H = — i/20 haben die von einem Punkte der Retina kom- menden Lichtstrahlen bei ihrem Austritte aus der Cornea eine Divergenz, als kämen sie von einem 20 Zoll hinter dem Knoten- punkte*) des Auges gelegenen Punkte her. Nach diesem angedeuteten Gange der Lichtstrahlen bei den ver- schiedenen Refractionszuständen wird es leicht verständlich sein, dass der mit dem Augenspiegel untersuchende Emmetrope ein virtuelles Bild des Augengrundes eines Emmetropen erhalten wird , welches weder durch negative, noch durch positive Gläser an Schärfe und Deutlichkeit gewinnt; dass er dagegen eines Concavglases bedarf bei der Untersuchung eines Myopen, um die von der Retina kommenden convergent austretenden Lichtstrahlen bis zum Parallelismus zu zer- streuen und eines Convexglases bei der Untersuchung eines Hyper- metropen, um eben die divergent austretenden von der Retina kom- menden Lichtstrahlen bis zum Parallelismus zu sammeln.
Der dioptrische Werth des henöthigten Glases gibt daher den Grad der gefundenen Ametropie an, nur ist wegen des grösseren Ab- standes des Glases vom Knotenpunkte des untersuchten Auges eine Correktion nöthig und zwar eine solche im negativen Sinne bei An- wendung von negativen Gläsern, und eine solche im positiven Sinne bei Anwendung von positiven Gläsern , so dass also die gefundene Myopie etwas geringer, die Hypermetropie etwas grösser ist, als der
*) Eigentlich Hauptpunkte, siehe optischen Theil.
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reciproke Werth des benöthigten Glases. Bei möglichster Annäher- ung mit dem lichtschwachen Jä^er'schen Augenspiegel beträgt die nöthige Correktion einen Zoll, so dass der Emmetrope z. B. bei An- wendung von Glas — 8" nicht Myopie -f- i/Sf sondern -\- */9 und bei Anwendung von Glas -f- i/i0 nicht Hypermetropie — i/i0, sondern — 1/9 gefunden hat.
3) Ist es nothwendig, dass der Untersuchende seinen eigenen Refractionszustand genau kennt; denn ist er selbst ametropisch, muss er die Grösse seiner Refractionsanomalie, den Grad seiner Ametropie in Rechnung bringen.
Es benützt nämlich der untersuchende Myope ein Concavglas nicht allein zur Correktion der Refractionsanomalie des Untersuchten, wie dies der Emmetrope thut, sondern auch zur Neutralisation der ihm eigenen Refractionsanomalie. Bei Anwendung eines Convexglases benützt er dieses und ausserdem noch das seinem Auge innewohnende, um den Grad seiner Myopie erhöhte Brechungsvermögen (-|- */m). Der untersuchende Myope muss desshalb zur Berechnung des vor- handenen Refractionszustandes eine Correktion vornehmen, so dass die gefundene Myopie kleiner, die Hypermetropie grösser ist, als der reciproke Werth des benöthigten Glases und zwar um den Grad sei- ner Myopie.
Im umgekehrten Verhältnisse steht der Hypermetrope. Dieser muss bei Anwendung von Concavgläsern den reciproken Werth seiner Hypermetropie addiren, bei Anwendung von Convexgläsern den Theil, welcher von seiner Hypermetropie ( — i/h) behufs Neutralisation in Anspruch genommen wird, subtrahiren.
Mit kurzen Worten:
Der Myope muss nach dem Grade seiner Myopie den reciproken Werth einer Convexlinse (-j- Vm), der Hypermetrope den seiner Refractionsanomalie entsprechenden Werth einer Concavlinse ( — i/h) in Rechnung bringen und dann gleich dem Emmetropen die nöthige Correktion wegen des Abstandes der Gläser von den Augen vor- nehmen, um die Refraction eines untersuchten Auges richtig bestimmen zu können.
Um nun diese werthvolle Untersuchungsmethode möglichst üben und die Schwierigkeiten, welche bei der ersten Handhabung des Augenspiegels entgegentreten , ohne besondere Mühe überwinden zu können, habe ich einen Apparat construirt, der bereits in mannig- facher Weise sich praktisch bewährt hat.
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Durch denselben ist man im Stande, vom ersten Anfange bis zur Vollendung nicht allein die Untersuchungstechnik, sondern auch die im Augengrunde vorkommenden physiologischen und pathologischen Veränderungen kennen zu lernen; ja noch mehr: während der Apparat für den Untersuchenden selbst als Optometer dient, ist er auch zu Uebungen in Refractionsbestimmungen ganz vorzüglich, denn die ver- schiedenartigsten Refrectionszustände vom höchsten Grade der Kurz- sichtigkeit bis zum höchsten Grade der Uebersichtigkeit können an ihm zur Augenspiegeluntersuchung gebracht werden.
Ich glaube, dass nunmehr für die Zukunft allen oben angeführ- ten Erfordernissen leicht entsprochen werden kann; denn für genü- gendes, leicht verwendbares Material hat Eduard v. Jäger durch seinen neuen ausgezeichneten Atlas (1869) gesorgt, der, was Genauig- keit der Bilder, Auswahl der Fälle, Brauchbarkeit und Ausstattung anbelangt, fast nichts zu wünschen übrig lässt. Und wenn erst der Atlas seines Charakters als Atlas vollständig entkleidet und in Ver- bindung mit meinem unten beschriebenen neuen Apparate verwerthet wird, wird sich von Schwierigkeiten bei Erlernung der Ophthalmoscopie kaum mehr sprechen lassen und wird bei grösserer Cultivirung der Untersuchungsmethode im virtuellen Bilde der Augenspiegel auch als Optometer eine allgemeinere Verwendung finden.
Mit dem Apparate einmal vertraut, was in kurzer Zeit ohne be- sondere Mühe geschehen kann, werden bei der Untersuchung am Lebenden keine Schwierigkeiten mehr erwachsen , denn die Art und Weise der Untersuchung kann stufenweise, entsprechend der Uebung und erlangten Fertigkeit des Untersuchenden der am Lebenden immer ähnlicher gemacht werden, auch erhalten die Bilder eine mit den am Lebenden Gesehenen wirklich frappante, selbst den geübten Unter- sucher im hohen Grade befriedigende Aehnlichkeit.
Der Apparat bietet folgende Vortheile:
1) Lernt der Untersuchende der Beleuchtung vollständig Herr werden.
2) Lernt er seine Accomodationsthätigkeit in jeder Weise con- trolliren.
3) Hat der Untersuchende am Texte des Atlas einen vortrefflichen Lehrer stets zur Seite.
4) Hat er für die Untersuchung im virtuellen und reellen Bilde mit meinem neuen Apparate an den Jäger sehen Tafeln ein ihm jeder Zeit zur Verfügung stehendes physiologisches und pathologisches Material wie in keiner, selbst nicht der grössten Augenklinik.
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5) Kann der Untersuchende an diesem Apparate sich ausserordent- lich gut im scharfen und deutlichen Sehen mit dem rechten wie linken Auge üben und alsbald zwischen deutlieh und ver- schwommen Sehen unterscheiden lernen; und
6) was ein namentlicher Vorzug ist, er kann eine vollkommene Fertigkeit in der Verwendung des Ophthalmoscops zur Opto- metrie sich zu eigen machen, indem er durch beliebige Her- stellung der verschiedenartigsten Refractionsanomalien sich das umfassendste Material zur Uebung jederzeit auf die leichteste "Weise beschaffen kann.
Ausserdem ist der Apparat ganz ausgezeichnet zur Demonstration und Erklärung der verschiedenartigen Refractionszustände, wenn man in die Vorrichtung an der Hinterseite ein ölgetränktes Papier oder eine matte Glasplatte einlegt, und dann denselben wie eine Camera obscura benützt.
Der Apparat auf einem eisernen Statif mit verschieden hoch stell- barem Träger ruhend, besteht aus folgenden Theilen von Messing.
a) Aus dem äusseren Cylinder 3y2 rhein.*) Zoll lang, 2 Zoll 4 Linien weit.
b) Aus dem vorderen Verschluss , der in den äusseren Cylinder eingesteckt und leicht abgenommen werden kann. Dieser Ver- schluss hat in seiner Mitte eine i/2 Zoll Durchmesser haltende Ocffnung — das Sehloch — und ist aussen matt geschwärzt. An seiner Innenseite, die also, wenn er aufgesteckt ist, der Höhlung des Cylinders zusieht, befindet sich eine Vorrichtung zum Einlegen sphärischer Gläser, ähnlich der am Jäger sehen Augenspiegel vorhandenen — und zum Einlegen einer Scheibe mit kleinerem Sehloch (!/4 Zoll Durchmesser).
c) Aus dem inneren Cylinder, welcher wie die Theile eines Fern- rohrs in den äusseren Cylinder eingeschoben und ausgezogen werden kann. Er ist innen matt schwarz, 3 Zoll lang und hat an seiner Oberfläche eine eingravirte Scala, welche, wenn der Cylinder ausgezogen wird, den Abstand seines hinteren Ver- schlusses angibt, resp. den Abstand, welchen ein in die hiezu bestimmte Vorrichtung eingelegtes Bild vom Sehloche einnimmt.
d) aus dem hinteren Verschluss, der zugleich zur Aufnahme der Jäger* sehen ophthalmoscopischen Bilder dient. Diese Vorricht- ung besteht aus einem Kästchen, dessen quadratische Grund-
*) Das rheinische Mass musste angenommen werden, da die Brennweiten der üblichsten Gläser von Pätz und Flohr darnach angegeben sind. Ein rheinischer Zoll ist gleich 2,635 Centimeter.
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fläche (3 Zoll Seitenlänge) am innern Cylinder angelöthet ist. Diese Grundfläche ist entsprechend dem Lumen des Cylinders kreisrund ausgeschnitten, so dass ein in das Kästchen einge- legtes Bild vom Sehloche aus vollständig übersehen werden kann. Die Tiefe des Kästchens beträgt 2 Linien. Der Deckel desselben ist in einem Charnier beweglich und dadurch das Oeffnen und Schliessen zum Einlegen und Entfernen der Bil- der leicht ermöglicht. Der vollständig ausgerüstete Apparat stellt gewissermassen ein aphakisches , also vollständig accomodationsloses , hypermetropisches Auge dar, dessen Hintergrund, wie dessen Refractionszustand nach Belieben geändert werden kann und zwar der erstere durch Einlegen verschiedener Bilder, der letztere nicht allein durch Ausziehen des inneren Cylinders mit seinem Bildkästchen, sondern auch durch Ein- legen verschiedener sphärischer Gläser in die Vorrichtung des vor- deren Verschlusses.
Ist der Apparat z. B. zusammengeschoben auf 4 Zoll — ohne Linse — entspricht er Aphakie resp. Hypermetropie = — V4. Ist er auf 4 Zoll Distanz gestellt und Glas -f- 6" eingelegt, entspricht er Hypermetropie = — yi2. Wird er auf 5 Zoll gestellt mit Glas -\- 21/2" repräsentirt er Myopie und zwar M = -\- i/5.
Der jeweilige Refractionszustand berechnet sich nach der Formel :
Vx = Vf - V«
wenn
x den Refractionszustand,
f die Brennweite des eingelegten positiven Glases,
d den Abstand des Bildes vom Sehloche (eigentlich Knotenpunkte des eingelegten Glases) bezeichnet.
Ist die gefundene Grösse positiv, entspricht der Refractionszustand in dem gefundenen Grade der Myopie; bei sich ergebender negativer Grösse dem entsprechenden Grade von Hypermetropie.
Unter den verschiedenartigsten Refractionszuständen , welche am Apparate dargestellt werden können, werden z. B. hergestellt + lA • V» • 79 • V12 . V» • V* • V* • 7« Myopie
*/r~ W»«/». **/».*/». 74. »/•*; *Vw» •'/«/,
wenn der Zähler die Distanz, auf die der Apparat gestellt sein muss, der Nenner das einzulegende positive Glas bedeutet; und ebenso I = Emmetropie
V* =*1V»»(. •*/*• **/*/,• 7*- o°er
— V* • V» • lh • 7i2- 720 • V-'ä • 7se • 7« Hypermetropie
■»/, = */„ . »/o • Vhh • V« • Vs • 3,,!A • 74% • 4,feA •
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Der Apparat wird, wenn man nicht, wie auch bei der Ophthal- moscopie am Lebenden geschehen kann, diffuses Tageslicht benützen will, so aufgestellt, dass die seitwärts stehende als Lichtquelle dienende Lampe, das Auge des Beobachters und das Sehloch des Apparats in einer horizontalen Ebene sich befinden. Die Beleuchtung geschieht dann der Art, dass man mit dem lichtstarken, bei grösserer Uebung mit dem lichtschwachen Jäger sehen Augenspiegel sich so sehr wie nur immer möglich dem Sehloche nähert und das von der Lampen- flamme aufgefangene Licht durch dasselbe in den Apparat reflektirt.
Der Beobachter schaut in der bekannten Weise durch den Spiegel.
Die bei eingelegten Gläsern auftretenden Reflexbilder stören nur bei unrichtiger Haltung des Spiegels und müssen durch Neigung des- selben aus dem Sehfelde entfernt, einfach dislocirt werden.
Die grösstmöglichste Ausdehnung der Beleuchtung wird durch leichte seitliche Drehungen des Spiegels mit der denselben führenden Hand ermittelt.
Der Emmetrope beginnt nun z. B. seine Uebung damit, dass er den auf 5 Zoll ausgezogenen nicht mit einer Linse versehenen Apparat in der angeführten Weise beleuchtet, so dass er eine deut- liche Anschauung des eingelegten Bildes durch den Augenspiegel gewinnt. Bald wird hinreichende Sicherheit im Festhalten der Be- leuchtung gewonnen sein und er wird dann durch Probe sich über- zeugen, dass er auch mit Convexgläsern untersuchen und zwar wenn er mit seinem Spiegel sich (in toto) 2 Zoll vom Apparate hält bis Glas 7" steigen kann, ohne dass das Bild an Deutlichkeit verliert. Er wird hiedurch zur Ueberzeugung kommen, dass er zuerst mit Accomo- dationsanstr engung, zuletzt ohne Accomodationsthätigkeit untersucht, dass er sein Auge zuerst auf einen nahen Punkt, zuletzt auf seinen Fern- punkt einstellt. Der Emmetrope, wie jeder Untersuchende mucs sich dann allmählig gewöhnen, ohne Accomodationsthätigkeit die Unter- suchung vorzunehmen, da er auf solche Weise seine Augen am \yenigsten anstrengt und ferner die Befähigung erlangt, verlässige und richtige Refractionsbestimmungen auszuführen. Da dieselben un- ter Ausschluss der Accomodationsthätigkeit vorgenommen werden, was der eine Untersucher früher, der andere später durch Uebung erlernt, ist bei Anwendung von Correctionsgläsern das stärkste Con- vexglas oder das schwächste Concavglas als das massgebende zu er- mitteln, mit dem im speziellen Falle das deutlichste Bild des Augen- grundes erhalten wird.
2) Der Emmetrope wird dann z. B. den Apparat auf Hyper- metropie = — Y20 stellen — durch Ausziehen auf 4 Zoll und Ein-
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legen von Glas -j- 5". Er wird dann im Stande sein, ein scharfes Bild des Augengrundes zu sehen, wenn er Glas -f- 22" in den Au- genspiegel einlegt und mit demselben 2 Zoll vom Sehloche sich ent- fernt hält, da dann durch dieses Glas -\- y22 die aus dem Apparate divergent austretenden Strahlen parallel gemacht werden, wie sie der Emmetrope benöthigt.
3) Bei Myopie = -\- Y20 — durch Ausziehen auf 5 Zoll und Einlegen von Glas -f~ 4" — wird der Emmetrope auf 2 Zoll Ab- stand vom Sehloche Glas — 18" bedürfen. Denn in diesem Falle treten die Lichtstrahlen, die von einem Punkte des Bildes kommen, mit einer Convergenz nach einem 20 Zoll vor dem Knotenpunkte des eingelegten Glases (-|- 4") gelegenen Punkte aus dem Sehloche. Nachdem diese Strahlen 2 Zoll zurückgelegt, haben sie nur noch eine Convergenz nach einem 18 Zoll entfernten Punkte und durch ein Concavglas von — 18" an dieser Stelle werden sie parallel wie sie der accomodationslose Emmetrope bedarf.
4) Würde aber der Untersucher z. B. ebenfalls Myope sein und zwar in einem Grade, dass sein Neutralisationsglas — 18" wäre, so würde er im Falle Nro. 3. Glas — 9" gebrauchen müssen und zwar
— Yis a^s Correc tio nsglas für die Myopie des Untersuchten und
— yi8 als Neutralisationsglas seiner eigenen Ametropie.
5) Ein Myope z. B. -f- J/r wlr& den Apparat auf 5 Zoll aus- ziehen und dann das eingelegte Bild, ohne dass er eines Glases be- dürfte, deutlich sehen, denn dasselbe befindet sich wegen der Entfern- ung seines Auges vom Sehloche (2") im Fernpunkts-Abstande des Myopen -f- V7. Ein Myope = -|- i/6 wird den Apparat dagegen nur auf 4 Zoll stellen dürfen, wenn er ohne Correctionsglas mit dem Ophthalmoscope untersuchen will und 2 Zoll vom Apparate sich ent- fernt hält.
6) Würde ein Myope seines Neutralisationsglases bedürfen und dieses gerade das schwächste Concavglas sein , mit dem er das eingelegte Bild vollkommen klar und deutlich sehen kann, so würde ihm diess beweisen, dass die Refraction des Apparates auf Emmetropie (E=l) gestellt wäre (z. B. Distanz 4" Glas + 4").
7) Würde ein Myope = -f- V22 au^ 2 Zoll Abstand vom Seh- loche das Bild am deutlichsten ohne Correctionsglas sehen, würde der Apparat H— V20 darstellen (nemlich bei 4 Zoll Distanz und Glas + 5"). Es würden in diesem Falle die Lichtstrahlen auf das Auge des Myopen mit einer Divergenz auffallen, als kämen sie von einem 22 Zoll entfernten Punkte her und solche divergente Lichtstrahlen
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bedarf er gerade , um sie ohne Accomodationsthätigkeit und ohne Correctionsglas in seiner Retina punktuell zu vereinigen.
8) Würde der Apparat auf Hypermetropie H — V28 (Distanz 3y2" Glas -f- 4") eingestellt und der Untersuchende wäre H — 1/30, würde zunächst für die Correction des Apparates -f- 730 (unc* zwar -f- 28" für die Neutralisation und 2" für Correction des Abstandes giebt -|- 30;(=y30) nothwendig werden. Wäre nun der Untersucher Emmetrope, würde er sich parallelen Lichtstrahlen gegenüber befin- den, mithin ein scharfes Bild des Hintergrundes des Apparats er- halten.
Da aber der Untersucher im gegebenen Falle selbst Hyperme- trope und zwar — Y30 ist, bedarf er noch weiteres zur Neutralisation seiner Ametropie ein Glas -f- i/30. Er hat mithin 2mal */30 mithin Glas Yi5=15" anzuwenden. Wenn daher ein Hypermetrope = — !/30 den Augengrund im virtuellen Bilde untersucht mit Glas */15 und dieses auf einen Abstand von 2 Zoll vom Sehloche das stärkste Con- vexglas ist, mit dem er das deutlichste Bild erhält, so hat er zur Berechnung der gefundenen Ametropie das Quantum der dioptrischen Kraft, das behufs Neutralisation absorbirt wird, in Abrechnung zu bringen. Es bleibt ihm dann noch -J- i/30=30", die Distanz von 2 Zoll noch subtrahirt, (da ein Convexglas als Correctionsglas verwen- det wurde, bei einem Concavglas müsste die Distanz addirt werden) giebt 28". Die gefundene Ametropie bedarf eines Convexglases von 28kt Brennweite zur Neutralisation, die Ametropie ist daher negativ, also Hypermetropie und ihr Grad beträgt — i/2^
Zur Darstellung und Erklärung der Linsengesetze u. s. w. und zu deren Studium leistet der Apparat unübertreffliche Dienste. Zu diesem Zwecke wird eine matte Glastafel eingelegt und kann man z. B. folgende Gesetze praktisch demonstriren.
1) Im Hauptfocus einer Sammellinse entstehen umgekehrte , reelle dioptrische Bilder und können dieselben deutlich wahrgenom- men werden, wenn der auffangende Schirm im Hauptbrenn- punkte steht. *)
2) Das Gesetz der conjugirten Brennweiten ya-}-1/0— 1A die Summe des dioptrischen Werthes der conjugirten Brennweiten ent- spricht dem dioptrischen Werthe der Hauptbrennweite.
Z. B. Mit Glas -f- 4" eingelegt und Distanz 4" zeigt der Apparat von relativ unendlich entfernten Gegenständen
*J Vide optischen Theil.
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scharfe Bilder, während Gegenstände in einer (endlichen) Entfernung von 20 Zoll bei gleicher Distanz des Beobach- ters erst dann scharfe Bilder geben, wenn der Apparat auf 5 Zoll ausgezogen wird. y4=i/20-|-y5.
3) Die Summe des reciproken Werthes der Hauptbrennweiten ist gleich der dioptrischen Kraft einer Combination. *)
Der Apparat zeigt scharfe Bilder mit derselben Distanz bei eingelegtem Glas -|- 5" oder bei (~f- 10" und -f- 10") denn
V,0+7lO=V5-
4) Die Ametropie ist (in der Mehrzahl der Fälle) durch die un- verhältnissmässige Länge der Augenaxe bedingt. Bei Myopie ist sie länger, bei Hypermetropie kürzer als im emmetropischen Zustande.
Die reellen Bilder sind scharf vorhanden, wenn bei Glas -\- 5" die Distanz des Apparates auf 5 Zoll gestellt ist, sie sind da- gegen undeutlich bei Distanz = 6 Zoll oder 4 Zoll.
5) Correction der Ametropie auf optischem Wege (durch Brillen). Bei Myopie des Apparats z. B. M + Vn (Glas + 37a" Dis' tanz 5U) wird Glas — 10" ( — Vio) vor das Sehloch gehalten in auffallender Weise die Deutlichkeit des Bildes entfernter Gegenstände hervorrufen, ebenso beiHypermetropie z. B. — y8 (Glas 8" Distanz 4"), wenn Glas + 9" (+ 1/9) zur Cor- rection verwendet wird.
6) Die Accomodationsthätigkeit (Accomodaüonsbreite) lässt sich in ihrem dioptrischen Werthe mit einer Convexlinse vergleichen.
Z. B. Einstellung des Apparats auf den Fernpunkt (Glas -j- 5" u. Dist. 5"), dann erhält man von Objekten in re- lativ unendlicher Entfernung scharfe Bilder, um aber einen nahen Gegenstand z. B. ein 20 Zoll vom Apparate entfern- tes Stäbchenoptometer deutlich abgebildet zu erhalten, muss unter Beibehaltung derselben Entfernung des Beobachters noch ausserdem Glas -|- 20" eingelegt werden. Die Acco- modationsbreite entspricht in diesem Falle einer Convex- linse = i/jQ.
7) Stärkere Linsen geben kleinere Bilder als schwächere.
8) Die sphärische Aberration bedingt die Nothwendigkeit der Ab- haltung der Randstrahlen, wenn die Deutlichkeit und Genauig- keit der Bilder nicht beeinträchtigt werden soll.
*) Vide optischen Theil.
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Es würde ermüden, wollte ich noch weitere Beispiele der An- wendungsart des Apparats anführen. Aus diesen wenigen schon wird der aufmerksame Leser ersehen haben, welch1 mannigfache Verwen- dung dem Apparate gegeben werden kann und wie die Untersuch- ungsmethode, sowie die der Refractionsbestimmung mit der am Leben- den übereinstimmt.
Ich empfehle daher den Apparat Allen, welche sich für Oph- thalmoscopie, für die Untersuchung im virtuellen Bilde und speciell für die Optometrie interessiren in der Ueberzeugung, dass es mir ge- lungen, durch diese Erfindung die wesentlichsten Schwierigkeiten der ersten ophthalmoscopischen Studien für Lehrende sowohl wie für Lernende zu beseitigen, die Ophthalmoscopie fast Jedem zugänglich und die trefflichen Jäger sehen Spiegelbilder dadurch , dass sie das lebende Material, welches so selten und schwer zu erhalten ist, wirk- lich ersetzen, erst vollkommen nutzbar gemacht zu haben.
Die Prüfung und der Gebrauch werden mehr noch als die an- geführten Gründe für die Brauchbarkeit und Zweckmässigkeit des neuen Apparats entscheiden.
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Die Gesetze der Katoptrik und Dioptrik im Allgemeinen und speziell die der sphärischen Linsen müssen Demjenigen, der mit dem Augenspiegel im virtuellen Bilde untersuchen und Refractionsbestim- mungen vornehmen will, vollständig bekannt sein. Es sei deshalb nur in Rücksicht auf die öfters gebrauchten Bezeichnungen in Kürze Folgendes erwähnt.
Von jedem einzelnen Punkte eines leuchtenden Körpers strahlt das Licht nach allen Richtungen, so dass man jeden einzelnen Punkt eines solchen Körpers als einen Mittelpunkt von Lichtstrahlen be- trachten kann.
Von einem solchen Punkte aus setzen sich die einzelnen Strahlen radienartig, geradlinig*) fort, sind daher divergent, so lange ihr Gang nicht eine Aenderung erlitten hat. Es kann der Leuchtpunkt aber so unendlich weit entfernt sein, dass die Divergenz der in Be- tracht kommenden Lichtstrahlen z. B. für einen sphärischen Spiegel, eine Linse, das Auge u. s. w. ausser Acht gelassen werden muss, da sie sich der Beobachtung und Berechnung entzieht.
Wenn z. B. von einem Fixsterne Lichtstrahlen auf eine Linse fallen, so ist die Oeffnung des Winkels zweier gegenüberliegender Uandstrahlen schon so unendlich klein, dass sie gleich Null zu setzen ist. Derartige Lichtstrahlen, deren Neigung gegen einander gleich Null ist, sind aber als parallel zu betrachten; nicht parallele Strahlen heissen nach der Seite hin, wo sie verlängert sich schneiden, conver- girend und nach der entgegengesetzten divergirend.
Wenn also von parallelen Lichtstrahlen die Rede ist, befindet 6ich der Leuchtpunkt, von dem sie ausgehen, oder von dem sie aus- zugehen scheinen, oder dem sie zustreben, in verhältniss massig unend- licher Entfernung ; die convergirenden haben ihren Vereinigungspunkt die divergirenden beziehungsweise ihren Ausgangspunkt in endlicher Entfernung.
Von Strahlen, die ein leuchtender Punkt nach allen Richtungen hin aussendet, kommt nur ein dünner Strahlenkegel in das Auge, dessen Gipfel im Leuchtpunkte liegt, wenn der Raum zwischen Auge und diesem ununterbrochen mit einem homogenen Mittel (medium) erfüllt ist. Den Ort des Lichtpunkts versetzen wir (beiläufig) in die Richtung der Axe jenes Lichtkegels.
•) Eine Auflösung der Ausbreitung der Lichtwellen in linear sich fort setzende Strahlen ist für die folgenden Betrachtungen um so mehr gestattet, als die Abweichungen von dieser Regel in den gewöhnlich vorkommenden Fällen ganz un- merklich sind»
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Durch ein dazwischentretendes Mittel wird den Lichtstrahlen ein anderer Gang ihres Verlaufs gegeben und kommen für unsere Zwecke hier vorzugsweise die sphärischen Linsen in Betracht.
Sphärische Linsen sind durchsichtige Körper, deren Grenzflächen Theilen von Kugelflächen angehören, welche ihre Mittelpunkte in einer Linie liegend haben. (Diese Centrallinie heisst die Axe.) Sie haben die Eigenschaft, den durch sie hindurchgehenden Lichtstrahlen eine andere Richtung zu geben, so dass sie die Convergenz oder Diver- genz derselben vergrössern oder verkleinern. Sie geben allen durch- gehenden Strahlen eine andere Richtung ihres Verlaufs mit Ausnahme des Axenstrahls, welcher jener Strahl ist, der durch die Krümmungs- mittelpunkte der Kugelflächen hindurchgeht, mithin in seiner Richt- ung mit der Axe und dem Einfallslose zusammenfällt*) und daher nicht gebrochen wird.
Convexlinsen verkleinern die Divergenz und erhöhen die Con- vergenz durch sie hindurchgehender Lichtstrahlen und heissen auch Sammel — oder positive Linsen.
Lichtstrahlen, welche parallel mit dem Axenstrahle auf die Linse auffallen, vereinigen sich nach ihrem Durchgange in einem auf der Hauptaxc liegenden Punkte, dem Hauptbrennpunkte. **)
Rückt der Leuchtpunht näher auf der Axe, so entfernt sich der Vereinigungspunkt auf der anderen Seite der Linse. Die beiden Punkte heissen conjugirte Vereinigungspunlcte.
Bei jeder optischen Vorrichtung nemlich stehen die Leuchtpunkte einerseits und ihre Bildpunkte andererseits in einem gewissen con- stanten Verhältnisse, so dass die gegenseitige Lage dieser beiden Punkte unverändert bleibt, wenn sie ihre Rollen vertauschen, nemlich der frühere Bildpunkt zum Leuchtpunkte wird, denn dann befindet sich an der Stelle des früheren Leuchtpunktes der nunmehrige Bildpunkt. Wenn also von einem Punkte a Strahlen ausgehen und durch eine optische Vorrichtung ein Bild desselben im Punkte b entworfen wird, so wird umgekehrt durch dieselbe optische Vorrichtung ein Bild in a erzeugt, wenn an der Stelle von b ein Leuchtobjekt auftritt.
a und b sind conjugirte Brennpunkte und das wichtige Gesetz der conjugirten Brennpunkte ist
*) Fällt nemlich ein Lichtstrahl auf eine gekrümmte Fläche, so verhält sich die Letztere in Bezug auf Reflexion und Refraction wie eine durch den Einfallspunkt gelegte Tangentialebene.
**) Zum Unterschiede von den Brennpunkten, welche die Vereinigungspunkte von Lichtstrahlen sind die parallel mit einer Nebenaxe auffallen, worüber später.
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1) die Summe der reciproken Werthe *) der conjugirten Brenn* weiten ist gleich dem reciproken Werthe der Hauptbrennweite
und 2) das Verhältniss der conjugirten Brennweiten bleibt ein constantes, ob der Leuchtpunkt auf der einen oder der anderen Seite sich befindet.
Nähert sich der Leuchtpunkt bis auf die Hauptbrennweite, fällt also der Diverg enzpunkt der Lichtstrahlen mit dem (vorderen) Haupt- brennpunkte der Linse zusammen, so sind die Strahlen nach ihrem Durchtritte mit dem Axenstrahle parallel, sie streben einem in unend- licher Ferne sich befindlichen Vereinigungspunkte zu.
Der Längenabstand des Hauptbrennpunktes vom Hauptpunkte**) der Linse giebt die Hauptbrennweite (fa).
Wenn der Leuchtpunkt so nahe an die Linse heranrückt, dass er zwischen Hauptbrennpunkt und Linse, also innerhalb der Haupt- brennweite liegt, so sind die Strahlen, welche die Linse treffen, so stark divergent, dass dieselbe nicht mehr im Stande ist, sie conver- gent oder auch nur parallel zu machen. Sie treten daher divergent aus, allein ihre Divergenz ist nunmehr eine geringere, sie verbreiten sich so, als ob sie von einem Punkte herkämen, der weiter von der Linse absteht, als der leuchtende Punkt, von dem ausgehend sie auf die Linse auffielen.
Wegen dieser für die Optometrie so wichtigen Gesetze seien folgende Beispiele angeführt:
Um Lichtstrahlen, welche von einem 20 Zoll von der Linse ent- fernten Punkte ausgehen, oder die mit einer Divergenz auffallen, als kämen sie von einem 20 Zoll entfernten Punkte her, 'parallel zu machen, müsste die Convexlinse eine Brennweite von 20 Zoll haben.
Wenn Lichtstrahlen durch eine Linse von -f- 8 Zoll Brennweite parallel werden, beweist diess, dass sie mit einer Divergenz auf die- selbe aufgefallen sind, als wären sie von einem 8 Zoll von ihr ent- fernten Punkte ausgegangen.
Concavlinsen vermindern die Convergenz und erhöhen die Diver- genz, heissen auch Zerstreuungs- oder negative Linsen.
Lichtstrahlen, welche parallel mit der Hauptaxe auf die negative Linse fallen, divergiren nach ihrem Durchtritten so, als kämen sie nicht mehr von dem unendlich entfernten Ausgangspunkte, sondern
*) Siehe später.
**) Ueber Hauptpunkte siehe später.
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von einem näher gelegenen, imaginären, dem Hauptzerstreuungs- oder negativen Hauptbrennpunkte.
Durch den Abstand dieses Punktes vom Hauptpunkte der Linse ist die Länge der Hauptzerstreuungs- oder negativen Hauptbrennweite ( — f') bestimmt.
Treffen convergente Lichtstrahlen eine Concavlinse in solcher Richtung, dass ihr Convergenzpunkt mit dem Hauptzerstreuungspunkte zusammenfallen würde, so werden die Lichtstrahlen gerade so weit zerstreut, dass sie parallel werden; d. h. Lichtstrahlen, welche con- vergent sind — sich also nach längerem oder kürzerem Verlaufe in ihrem Convergenzpunkte, der in endlicher Ferne liegt, vereinigen würden — werden in ihrem Gange durch eine Linse geändert und wenn z. B. 8 Zoll vom Convergenzpunkte entfernt diese Lichtstrah- len eine Linse von — 8 Zoll Brennweite passirten, würden sie nach ihrem Durchtritte so wenig convergent mehr sein, dass sie nach einem in unendlicher Ferne liegenden Punkt gerichtet wären, sie würden parallel sein. Wenn daher Lichtstrahlen durch eine Concavlinse z. B. von — 8" parallel gemacht werden, beweist diess, dass sie mit einer Convergenz nach einem 8 Zoll von der Linse entfernten Punkte auf dieselbe aufgefallen sind.
Um ein Mass für die lichtbrechende Wirkung — dioptrische Kraft — der verschiedenartigen Linsen zu haben, wird eine Linse von + Ein Zoll Hauptbrennweite als Normallinse, zur Vergleichung mit anderen Linsen von mehr oder weniger Hauptbrennweite allge- mein angenommen. Daher ist z. B. eine Linse von 8 Zoll Brenn- weite in ihrer dioptrischen Kraft gleich y8, sie hat 7s so viel licht- brechende Wirkung, als die Normallinse von 1 Zoll. Eine Linse von — 20" ist verglichen mit der Normallinse gleich — 720 5 sie hat i/20 soviel lichtzerstreuende Wirkung, als eine Linse von — 1 Zoll Brenn- weite. Mit anderen Worten: Die dioptrische Kraft einer Linse ist ihrer Hauptbrennweite (+ f) umgekehrt proportional (+ i/f) die Brechkraft ist der reeiproke Werth der Ilaupibrennweite.
Um daher die Brechkraft einer Combination mehrerer Linsen kennen zu lernen, hat man nur den reeiproken Werth der Haupt- brennweiten zu summiren, wenn die Distanz der Linsen so gering ist, dass sie nicht in Betracht zu kommen hat, z. B. eine Linse von -f- 12" combinirt mit einer solchen von -\- 6", kommt einer Linse von -f- 4U Brennweite gleich, denn die reeiproken Werthe geben i/12 + 76=74« Die Combination einer Linse von — 2" mit einer solchen von -f- 6" wäre gleich einer negativen Linse von — 3" denn - Va+V« = - Vs d^er ift+i/f=yx
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Wenn aber der Abstand nicht vernachlässigt werden kann , be- rechnet sich die Wirkung der Combination nach der Formel V*i +
V(f~n)=yx
wenn f; die Brennweite der ersten Linse (im Sinne der P'ortbeweg- ung des Lichts),
f die Brennweite der zweiten Linse,
n die Entfernung von der ersten Linse,
x die Brennweite der Combination bezeichnet.
Jede optische Vorrichtung, Spiegel, Linse u. dgl. giebt von einem Leuchtobjekte ein Bild.
Werden nemlich von einem Leuchtpunkte auf eine brechende oder rerlektirende Fläche Strahlen gesendet, so empfängt ein hinter dem Brennpunkte sich befindliches Auge, wenn keine Abweichung stattfindet, einen Strahlenkegel, dessen Gipfel in dem wahren oder scheinbaren Brennpunkte liegt.
Man erblickt daher ein Bild des Leuchtpunktes. Kommt das Licht nicht von einem einzigen Punkte, sondern von einem leuchtenden oder erleuchteten Gegenstande, so erblickt man ein Bild jeden Punk- tes desselben und mithin ein Bild des ganzen Gegenstandes.
1} Wird durch eine optische Vorrichtung die Richtung der von einem Leuchtpunkte ausgehenden Strahlen so geändert und so diver- gent gemacht, dass ihre I Verlängerungen in einem Punkte zusammen- treffen, so verhält sich der durch diese Verlängerungen erzeugte Conus wie ein Strahlenkegel, welcher von einem Lichtpunkte aus- gehend, direkt das Auge trifft und wir sehen in seiner Axe, in sei- nem Scheitelpunkte, ein Bild desjenigen Punktes, von welchem ur- sprünglich das Licht ausging. Der Punkt, in welchem sich die Ver- längerungen der Strahlen schneiden, heisst virtueller Brennpunkt (virt. Divergenzpunkt).
Das Bild heisst ein virtuelles und zwar ein katoptrisches oder dioptrisches, je nachdem es durch Reflexion oder Refraction hervor- gebracht ist.
Bei einem virtuellen Bilde vereinigen sich also die von einem Leuchtpunkte ausgehenden Lichtstrahlen nicht wirklich, aber ihre ur- sprüngliche Richtung wurde durch die optische Vorrichtung so ge- ändert, dass sie von einer imaginären Lichtquelle herzukommen schei- nen, deren Ort da liegt, wo die rückwärts gezogenen Verlängerungen der Lichtstrahlen sich schneiden.
2) Convergiren dagegen die von einem Punkte ausgehenden Lichtstrahlen nach der Reflexion oder Refraction gegen einen einzigen Punkt hin, so divergiren sie wierderum nach ihrem Durchgange durch
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diesen Durchschnittspunkt und der von da ab sich ausbreitende Strah- lenkegel verhält sich wie ein von einem Leuchtpunkte direkt aus- gehender. Trifft derselbe das Auge, so sehen wir in jenem Durch- schnittspunkte ein Bild des Lichtpunktes.
Der auf diese Weise erzeugte Durchschnittspunkt heisst reeller Brennpunkt (reeller Divergenzpunkt) und das auf solche Weise zu Stande gekommene Bild ist ein reelles, nemlich ein durch faktische Wiedervereinigung von einem Leuchtpunkte ausjehender Strahlen erzeugtes, leuchtendes Bild.
Die von den Linsen durch Refraction erzeugten Bilder befinden sich entweder auf der entgegengesetzen Seite des positiven Leucht- punktes in positiver Entfernung, oder auf derselben Seite der Linse als eine imaginäre Lichtquelle — ähnlich einem positiven Leucht- punkte, in negativer Entfernung.
Die virtuellen Bilder stehen in Bezug auf das Leuchtobject auf- recht, die reellen dagegen umgekehrt und unterscheiden sich letztere auch noch dadurch, dass sie mit einem Schirme aufgefangen werden können.
Ebenso wie ein leuchtender Punkt verhalten sich auch die Punkte eines leuchtenden und die Punkte eines erleuchteten Körpers, dessen Oberfläche nicht vollkommen glatt ist. Fällt nemlich ein Lichtstrahl auf eine unebene Fläche, so verhält sich die letztere in Bezug auf Reflexion und Refraction wie eine durch den Einfallspunkt gelegte Tangentialebene.
Die Richtung des Einfallsloses ist daher fast in jedem Punkte eines nicht vollkommen glatten Körpers eine andere, und wird inner- halb eines sehr kleinen Raumes selbst parallel auffallendes Licht nach allen möglichen Richtungen reflectirt. Von dem Lichte, welches von jeder wahrnehmbaren Stelle divergent ausfährt, muss ein Strahlen- kegel in das darauf gerichtete Auge kommen; die Punkte rauher Oberflachen sind desswegen wie leuchtende Punkte sichtbar, und geben unter denselben Bedingungen Bildern ihre Entstehung, unter wel- chen Lichtpunkte solche liefern.
Es liegen daher die Leuchtpunkte eines Gegenstandes — wenn man von der sphärischen Aberration absieht oder nur unter sehr klei- nen Winkeln auffallende Lichtstrahlen berücksichtigt — auch im Bildein einer zurAxe senkrechten, wenn sie im Gegenstande in einer zur Axe senkrechten Linie liegen.
Unter sphärischer Aberration versteht man die Abweichung von der punktuellen Vereinigung und zwar giebt die Differenz der Brenn- weite der Centralstrahlen und der Brennweite der äussersten Rand-
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strahlen die sphärische Längenabweichung ; während die Entfernung des Brennpunktes der Centralstrahlcn von demjenigen Punkte , in welchem die auf der Axe in dem genannten Punkte errichtete Senk- rechte die äussersten Randstrahlen trifft, die sphärische Seitenabweich- ung anzeigt.
Die optischen Erscheinungen, welche sowohl durch eine einzige Linse als durch ein System von mehreren brechenden Körpern her- vorgebracht werden, hängen ab :
1) vom Brechungsverhältnisse,
2) von der Lage und
3) von den Halbmessern der brechenden Flächen.
Eine optische Vorrichtung mit mehr als Einer brechenden Fläche ist centrirtj wenn sie eine Hauptaxe hat, d. h. wenn die Krümmungs- raittelpunkte aller brechenden Flächen in einer geraden Linie liegen.
Ein jedes solches Zusammengesetzes System hat drei Paare von Punkten, die in gewissen unveränderlichen Beziehungen zu einander stehen, die sogenannten optischen Cardinalpunkte *). Die Kenntniss ihrer gegenseitigen Lage genügt zur Berechnung seiner lichtbrechen- den Wirkung d. h. der Lage und Grösse der durch dasselbe erzeug- ten Bilder.
Diese Cardinalpunkte liegen auf der Hauptaxe und können durch Berechnung und durch Construction, welche nach allgemeinen Ge- setzen der Refraction vorzunehmen ist, gefunden werden.
Um die dioptrischen Wirkungen eines Systems berechnen zu können, muss es 1) centrirt sein, 2) müssen nur Lichtstrahlen, welche mit der Hauptaxe sehr kleine Winkel machen, in Betracht kommen 3) müssen die Brechungsindexe der Medien, 4) die Krümmungsmit- telpunkte und Radien der brechenden Flächen bekannt sein.
Die Seite, auf welcher der Leuchtpunkt oder das Leuchtobjekt liegt, die Seite also, von welcher das Licht kommt, wird als vordere oder erste bezeichnet, im Gegensatze zur hinteren oder zweiten Seite.
Die Paare der Cardinalpunkte sind
1) die Hauptbrennpunkte,
2) die Knotenpunkte,
3) die Hauptpunkte.
Der vordere Hauptbrennpunkt ist jener auf der Haupt- axe liegende Punkt, von dem die Lichtstrahlen ausgehen müssen, um
*) Näheres im Handbuche der physiologischen Optik von Helmholtz. Leipzig, 186'
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nach ihrer letzten Berechnung durch das optische Svstem mit der Hauptaxe parallel zu sein.
Der hintere Hauptbrennpunkt ist der Vereinigungspunkt parallel mit der Hauptaxe auf das System auffallender Lichtstrahlen.
Allen einfallenden Lichtstrahlen, die durch den vorderen Haupt- brennpunkt gehen, entsprechen also austretende, die mit der Axe parallel sind; einfallenden hingegen, die mit der Axe parallel sind, entsprechen ausfahrende, die im hinteren Hauptbrennpunkte sich kreuzen.
Da durch eine optische Vorrichtung mit mehr als Einer brechen- den Fläche und mehr als Einem Krümmungsmittelpunkte *) alle durch- gehenden Lichtstrahlen mit Ausnahme des Axenstrahls eine Aender- ung ihres Verlaufs erleiden, so haben solche Systeme keine Neben- Axen im mathematischen Sinne.
L'nter Nebenaxe versteht man eine Gerade , welche von einem nicht auf der Hauptaxe liegenden Leuchtpunkte durch den Krümm- ungsmittelpunkt hindurchgeht und werden alle Lichtstrahlen, die mit einer solchen Nebenaxe zusammenfallen, nicht gebrochen , da ihre Richtung auch mit dem Einfallslothe zusammenfällt.
Diess ist bei allen einfachen optischen Vorrichtungen der Fall. Anders verhält es sich bei den zusammengesetzten Systemen. Bei diesen muss ein Lichtstrahl von einem nicht auf der Hauptaxe liegen- den Leuehtpunkte ausgehend, vor der ersten Brechung auf den vorderen Knotenpunkt gerichtet sein, wenn er durch den (idealen) optischen Mittelpunkt gelangen soll und wird nach der letzten Brech- ung von dem hinteren Knotenpunkte herzukommen scheinen. Der eintretende und der austretende Strahl sind dann zu einander parallel, die beiden Knotenpunkte aber sind die Bilder des optischen Mittel- punkts, d. h. wenn ein Leuchtpunkt im optischen Centrum sich be- finden würde, würde ein Auge in der Richtung des einfallenden Strahls das Bild des Leuchtpunktes im vorderen oder in der Richtung des ausfallenden Strahls nach rückwärts sein Bild im hinteren Kno- tenpunkte wahrnehmen.
Zur Auffindung der Knotenpunkte sind daher zwei Punkte zu bestimmen, welche zu einander in dem Verhältnisse stehen, dass jeder Strahl, welcher vor der ersten Brechung auf den vorderen Punkt ge-
*) Desswegen werden auch bei einer convex — coneaven Linse, deren Krümm- ungsoberflächen Einen gemeinsamen Mittelpunkt haben, alle in der Richtung einer Nebenaxe einfallenden Lichtstrahlen nicht gebrochen und hat eine solche Linse ei- nen optischen Mittelpunkt, durch welchen alle nach ihm gerichteten Strahlen un- gebrochen durchgehen, d. h. Einen Knotenpunkt.
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richtet war, nach der letzten Brechung parallel mit seiner ursprüng- lichen Richtung so weiter geht, als käme er von dem hinteren Punkte her. Punkte, die diesen Bedingungen entsprechen, heissen die Kno- tenpunkte und es giebt in jedem optischen Systeme nur ein einziges Paar solcher Punkte.
Die durch die Knotenpunkte senkrecht gegen die optische Axe gelegten Ebenen heissen Knotenebenen.
Da die im ersten Knotenpunkte sich schneidenden Lichtstrahlen nach der letzten Brechung auch im zweiten sich schneiden, so ist der zweite das Bild des ersten.
Die zu ihnen gehörigen Brennweiten verhalten sich umgekehrt wie die Brechungsverhältnisse des ersten und letzten Mediums und so verhalten sich auch die Liniendimensionen ihrer Bilder.
Lichtstrahlen, deren Richtung mit einer Nebenaxe zusammenfällt oder in zusammengesetzten Systemen die durch die Knotenpunkte gehenden Strahlen heissen Hauptstrahlen.
Bei einer optischen Vorrichtung mit einer einzigen brechenden Fläche liegt in der Oberfläche derselben der Hauptpunkt als ein Punkt, auf den ein vor der Brechung gerichteter Lichtstrahl auch nach der Brechung gerichtet ist. Handelt es sich aber um ein zusammen- gesetztes System, in welchem also ein durchtretender Lichtstrahl mehr als einer Brechung unterworfen ist, so hat er nach der letzten Brech- ung eine Richtung nach einem anderen Punkte als dem, wo er seine erste Brechung erlitt. Es hat aber jedes optische System zwei und nur 2 zusammengehörige Vereinigungspunkte der Lichtstrahlen, in denen die Grösse eines auf der Axe senkrechten ebenen Bildes der des angehörigen Gegenstandes gleich wird. Die Ebene eines sol- chen Objekts ist die erste und die des zugehörigen Bildes die zweite Hauptebene des Systems, die beiden Punkte aber, wo sie die optisch. Axe schneiden, sind beziehungsweise der erste und zweite Hauptpunkt.
Es können also zwei zur Axe senkrechte Ebenen gefunden wer- den, die in einem constanten Verhältnisse zu einander stehen, so dass jeder Strahl nach der letzten Brechung von einem Punkte der hinteren Ebene herzukommen scheint , welcher einem Punkte der vorderen Ebene entspricht, auf den der einfallende Strahl vor seiner Brechung gerichtet war, so dass diese beiden Punkte gleich weit von der Hauptaxe entfernt sind. Es müssen desshalb durch Construction oder Berechnung zwei Ebenen ermittelt werden, die gleiche Grösse haben und auf derselben Seite der Axe liegen; oder es ist zu be-
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stimmen, in welcher Lage ein Objekt sich befinden muss, um auf beiden Seiten gleich grosse und gleichgerichtete Bilder zu entwerfen, die also auch Bilder von einander sind und die Hauptebenen reprä- sentiren.
Der Abstand des vorderen Hauptbrennpunktes vom vorderen Hauptpunkte giebt die Länge der vorderen Haup tbr en n wei t e und ein gleiches Verbältniss gielt für die hinlereHauptbrenn- weite. Sie wird positiv gerechnet, wenn der erste Hauptpunkt im Sinne der Fortbewegung des Lichts hinter dem ersten Hauptbrenn- punkte liegt.
Statt Hauptbrennweite wird gewöhnlich kurzweg die Bezeich- nung Brennweite gebraucht. Strenge genommen ist die Brennweite durch die Lage der Brennpunkte bestimmt, welche durch Vereinig- ung parallel mit den Nebenaxen beziehungsweise mit den von den Knotenpunkten ausgehenden Geraden auf die optische Vorrichtung gefallen sind. Legt man senkrecht zur Axe Ebenen durch die Haupt- brennpunkte, so erhält man die Brennebenen. Lichtstrahlen , welche von einem Punkte der ersten Brennebene ausgegangen sind, sind nach der Brechung unter einander parallel und da der vom leuchtenden Punkte nach dem ersten Knotenpunkte gerichtete Strahl nach der Brechung seiner ursprünglichen Richtung parallel ist, so müssen alle Strahlen, die von einem leuchtenden Punkte in der ersten Brennebene ausgegangen sind, nach der Brechung mit den vom hinteren Knoten- punkte kommenden Sfrahlen parallel sein.
Unter den constanten Beziehungen der Cardinalpunkte sind die bemerkenswerthesten :
1) die Entfernung des vorderen Knotenpunktes vom vorderen Hauptbrennpunkte ist gleich der hinteren Hauptbrennweite,
2) die Entfernung des hinteren Knotenpunktes vom hinteren Haupt- brennpunkte ist gleich der vorderen Hauptbrennweite,
3) der Abstand der beiden Hauptpunkte ist gleich dem Abstand der beiden Knotenpunkte,
4) die beiden Hauptbrennweiten sind den Brechungsexponenten des vorderen und hinteren Mediums proportional.
Bei einer Linse, die vorne und hinten von demselben Medium umgeben ist, fallen demnach die Haupt- und Knotenpunkte zusammen.
Die Kenntniss der Lage der Knotenpunkte , welche in Relation zu den Nebenaxen stehen, ist noth wendig zur Berechnung der Grösse der Bilder eines Objekts.
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Die Kcnntniss der Lage der Hauptpunkte, welche in Beziehung zur Hauptbrennweite und zu den conjugirten Brennweiten stehen, ist noth wendig zur Bestimmung der Lage der Bilder.
Die Berücksichtigung der Lage der Cardinalpunkte ist nicht zu vernachlässigen, wenn es sich um mathematische Genauigkeit handelt. Wenn aber diess nicht der Fall ist, kann man bei Berechnung der Grössenverhaltnisse, z. B. bei Linsenbildern, nur einen einzigen Kno- tenpunkt in Betracht nehmen, nemlich den der kürzeren Brennweite entsprechenden.
Die Grösse der Bilder berechnet sich nach der Formel B : b = Bki : bk2 wenn B die Grösse des Objekts, b die des Bildes,
Bk1 die Entfernung des Objekts vom vorderen Knotenpunkte, bk2 die Entfernung des Bildes vom hinteren Knotenpunkte bezeichnet. Die Lage der Bilder berechnet sich nach der Formel
l/f = »/a + Vb wenn f die Hauptbrennweite,
a die Entfernung des Leuchtobjekts vor der Linse, b die Entfernung des Bildes bezeichnet.
Erklärung der Abbildungen.
Tafel 1. Durchschnitt des Ophthalmophantonu in halber natürlicher Grösse. Tafel 2. Einzelne Theile des Apparats :
Nru. 1. Durchschnitt des inneren verschiebbaren Cylinders mit Bild- kästchen und
2. Vordere Ansicht desselben.
3. Durchschnitt des Bildkästchen und
4. Hintere Ansicht desselben.
5. Aeusserer Cylinder, welcher von dem Statife getragen wird.
6. Durchschnitt und
7. Ansicht der Vorrichtung zum Fixiren der eingelegten Linsen- gläser.
8. Ansicht und
9. Durchschnitt des vorderen Verschlusses am äusseren Cylinder.
Anmerkung. Die Jäger'schen ophthalmoscopischen Tafeln werden nach der Grösse des Bildkästchens geschnitten. Um die Bilder, ohne dass sie Schaden leiden, aufbewahren zu können, bedeckt man ihre Bildseite zum Schutze gegen Reibung mit einem entsprechend grossen feinen Papier, welches an der Rückseite des Bildes mit Kleister angeklebt ist. Auf dieses Papier qualificirt man durch Nummer und Aufschrift das betreffende Bild. Beim Gebrauche wird das Schutz- papier auf die Rückseite des Bildes zurückgelegt.
Wer den Atlas in der bezeichneten Art nicht theilen will, stellt den Apparat mit geöffnetem hinteren Verschluss an den durch irgend eine leicht zu beschaf- fende Vorrichtung aufgestellten Atlas resp. des betreffende Bild desselben so an, dass Letzteres in das Lumen des Apparats zu stehen kommt und seitwärts kein Licht einfallen kann.
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Archiv für Ohrpnhpilknndp Redigilt v Dr P0L]TzEß> Dr
2*1 Uli V IUI UIIieiIIieiJIUUHIt\ SCHWARTZE, Dr. v. troltsch. Jährl. 3—4 Hefte. V. Band (1870). Preis d. Bandes 4 Thlr. od. 7 fl.
Neu eintretende Abonnenten erhalten die ersten 4 Jahrgänge, wenn zusammen- genommen, um die Hälfte des Preises.
f^hlfirnfnrm Eine Zusammenstellung der bisher über dasselbe gemachten
^HIvJI U1UI III. wichtigsten Erfahrungen und Beobachtungen, vor- züglich in physiologischer und medicinischcr Beziehung, von Dr. Fricdr. Sabarth. 1866. 18 Bogen in Lex.-8. Eleg. broschirt. Preis fl. 2. 24 kr. od. Thlr. 1.12 Sgr.
PVniin ^el wa^re> über die Erkenntniss und Behandlung desselben von Dr. Pauli.
KJL UIip^ ]8G5. 13 Bogen gr. 80. II. Auflage. Preis Thlr. 1. 10 sgr. od. fl. 2. 20 kr.
rWmnnc** Pnnnmonin deren Behandlung mit Veratrum- Prä- \J1UU[JUÖC r IICUIIIUIIlCj paraten von Dr. Th. Kocher in Bern. 1866. 6V2 Bogen in gr. 8. Eleg. brosch. Preis fl. 1. oder 18 Sgr.
r^oVliivtcjIriiiirlc» Beiträge zur Geburtskunde und Gynäkologie. Herausgegeb. UeUUIlMlUIIUe. von Geh.-R. Dr. v. Scanzonl. gr. 8. I. Bd. Thlr. 2. od.
fl. 3. 36 kr. II. Bd. Thlr. 1. 18 sgr. oder fl. 2. 42 kr. 111. Bd. 1858. IhJr. 2. od.
3 fl. 36 kr. IV. Bd. fl. 3 od. Thlr. 1. 24 sgr. V.Bd. 1. Lief. 18G8 fl. 0. od. Thlr. 1. 24 sgr.
(Erscheint fort.)
Clvf*\e&na]tt±rhvi*r\hh(±\t(*n Handbuch der Krankheiten des höheren UldfcdldlieilUdlllUlCHCIl. Alters von Dtuand-Fardcl. Aus dem Fran- zösischen von Dr. ULLMANN. Lex.-8.. 1857-1858. 64 Bogen. Preis Thlr. 4. oder fl. 7.
Kriegs-Museum in Washington. Sr^rdc™X^»
Museums von Dr. L. Holst, kais. russ. Marinearzt. 1865. 3 Bogen in Lex.-8. Eleg. broschirt. Preis 30 kr. oder 9 sgr.
rilli'^mlioil I^imrl M Lehrbuch der Ohrenheilkunde mit Einschluss der Anatomie V/I1I eillieilKIIIIUe. des 0hres von Dr> v TROELTSCH. Mit vielen Holz- schnitten. IV. umgearbeitete und stark vermehrte Auflage. 30 Bogen gr. 8. 1868. eleg. geh. Thlr. 3. 20 sgr. od. fl. 6. 12 kr.
OvQl»ifktrkIYIl£* ^e' *n England, Deutschland und Frankreich von
JJVdllUlUIIIlC} Dr. Eugen Dutoit. 1865. 16 Bog. in Lex.-8. Preis fl. 2. 24 kr.
oder Thlr. 1. 12 Sgr.
PflatlTOn Atial\rc£» Anleitung zur Analyse von Pflanzen und Pflanzen- rnaULVll-J\UaiybVm theilen von Prof. Dr. Rochlcdcr. 1858. 71/2 Bogen. Preis 24 sgr. oder fl. 1. 24 kr.
Pflflll'7£mfQmill£m Systematische Charakteristik der medicinisch wichtigen I IldllAcIllallllUtll. Pflanzenfamilien nebst Angabe der Abstammung sämmtlicher Arzneistoffe des Pflanzenreiches von Dr. Henkel. Taschenformat wie Frank's Encyclopädie). 1856. eleg. geh. 10 sgr. oder 36 kr.
Ph^roilroliooVio 1 I *»i I itiil I <\\ Lehrbuch derselben von Dr. Oppenlieimer.
1 IiyMKctll^LIIU nCIUIllllCI. Mit vielen in d. Text gedruckten Holzschn.
1861 — 63. 2 Abtheilungen. 27 Bogen, gr. 8. Preis Thlr. 2. 24 sgr. od. fl. 4. 54 kr.
PiLri'in colli»** ^e> ^re physiologischen und therapeutischen Wir-
riKIIIIhdlll C5 kungen von Dr. W. Erb. Mit einer Tafel. 1S65. 3 Bogen gr. 8.
Preis 36 kr. oder 12 sgr.
PfkvtrQltc der **H' I>^of• Nambergcr 1 Friedreich, Litthart, Neuerer, Virchow, Preis ä A (Jllldllö Blatt 20 sgr. oder fl. 1. 12 kr., Portrait des Herrn Geheimrath v. Scanzoni, Preis Thlr. 1. oder fl. 1. 45 kr. Sämmtliche auf chines. Papier. (Die- selben und Andere in Visitenkartenformat 36 kr. oder 10 sgr.)
Rhmimoincpn ^ie Patho'°gie und Therapie der Rheumatosen in genere iXlIcUllldlUöcII. von Dr. Eisenuiann. 1860. 8. Preis 24 sgc od. fl. 1. 24 kr.
Qxrrkliilic conslKutioncllc. Von Dr. ENGELSTED. Aus dem Dänischen übersetzt v. öypilllIS} Dr. UTERH ART. 1861. gr. 8. 12 Bog. Preis Thlr. 1. 10 sgr. od. fl. 2. 20 kr.
7nr»lr£ki*lii1rlllflO* Untersuchungen über die Zuckerbildung in der Leber AiULKt I UJiUUlI^« un(i (]en Einfluss des Nervensystems auf die Erzeugung
des Diabetes von Dr. J. AI. Schul". 1859. gr. 8. eleg. geh. Preis Thlr. 1. oder
fl. 1. 48 kr.
In STAHEL's Verlag in Würzbürg sind ferner nachstehende zu empfeh- lende Werke erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen :
R*llll£»nlnO*ip Geschichte der Balreologie, Hydroposie und Pegologie, oder des DcilllcülO^I"« Gebrauches des Wassers zu religiösen, diätetischen und medici-
nischen Zwecken. Ein Beitrag zur Geschichte des Cultus u. dei Medicin von Dr. B. M.
Lersch 1863. IG Bogen gr. 8. eleg. geh. Preis Thlr. 1.27 sgr. oder fl. :5. 1 Fli »moi* Die Lehre vorn Auswurf. Beitrag zur medicinischen Klinik. Eex.-8. Dlt~l IUcl • 1855. SU/4 Bogen mit 2 lithographirten Tafeln. Thlr. 1. od. fl. 1. 48 kr.
1° A TV CT A TPT^Q Jahresbericht der Medicin pro 1851 — G5. Jeder Jahr.; ä 7 Bände
V>iVl\ Ü51A1 1 O einzeln statt Thlr. 11. od. fl. 18. um 5«/i Thlr. od. fl. 9
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wenn zusammengenommen statt fl. 270. oder Thlr. 1G5. um fl. 57. oder Thlr. 3.'*
Jahresbericht der Physiologie pro 1851 — 1S65. Jeder Jahrgang Thlr. 1. 24 sgr. oder fl. 3
l^liiimi'fl*!^ Militär-chirurgische Studien in den norditalienischen Hospitälern im
l^lllllllglc. jahre 1859 von Dr. Dciiimc. II. bedeutend vermehrte Auflage
in 2 Abtheilungen. 1. Abth.: Allgem. Chirurgie d. Schusswundcn. ll.Abth.: SpecielJe Chirurgie d.Schuss wunden. 49 Bog. inLex.-8. 1861. Preis complet 4 Thlr. od. fl. 7
Cllir. 1 aSClien-fcillCyClOpcHlie undOhrenheilkunde)vonDr.M Fruk. 3. Aufl. 1858. eleg. gebunden. Thli er fl. 4.
PoKöi*|-viiittai*vrirfcil I in anatomischer u. klinischer Beziehung v. Dr. v.Franque. llCDd! illllliei VUI Idll Mit 7 Taf. Folio. 1800. Preis Thlr. 2. oder fl. 3. 36 kr.
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tf/^i»rTl-i»oiiJrli£iif£kii Krankheiten des Herzens und der Aorta von Stokes. neiZhldlllUieHcIi. Aus dem Englischen von Dr. LINDWURM. 1855. 35 Bogen. Lex.-8. Thlr. 3. 6 6gr. oder fl. 5. 24 kr. __
Hirnn-f»cf»liwiiicta ^ym ptomatologie und Diagnostik derselben
Uli HgCÖL-lltT UIÖIC. voll rjr. P. Ladame, Assistenzarzt. Mit Abbildungen und
1 Holzschnitt. 1865. 17 Bog. Lex.-8. Eleg. geh. Preis fl. 2. 42 kr. od. Thlr. f. 18 sgr.
It i m I j >rl r«Mll Iw tih >n Handbuch der Kinderkrankheiten von E. Boucuut. IllllliCl !Vl dlllillcllcll. Auf Grund der dritten Auflage des französischen
Originals bearbeitet und bedeutend vermehrt von Dr. B. BISCHOFF. II. Auflage.
75 Bogen in Lex.-8. 18G2. Preis Thlr. 3. 24 sgr. oder fl. G. 30 kr.
ItTncciVIQlll ^ on dem ^anoc*> dcr Verkümmerung und Verdoppelung der
I»li^ollldllIi Gebärmutter, von der Xachempfängniss und der Ucberwanderung
des Eies. Mit 58 Holzschnitten. 1859. Thlr. 2. 20 sgr. oder fl. 4. 40 kr.
li MCClIlQIl! Untersuchungen über den constitutionellen Mercurialismus und sein
lYU^MIldlll. Yerhältniss zur constitutionellen Syphilis von Dr. Kussmaul.
28 Bogen gr. 8. in 2 Lieferungen. 1861. Preis complet Thlr. 2. 12 sgr. oder fl.4. 12 kr.
iVlAO'PIlL'rmlL'hpitPIl Die Krankheiten dea Wagens. Nebst einer ana- l"l«j-»t:lllll alllVllCllClI. tomisch -physiologischen Einleitung. Vorlesungen, gehalten im St. Thomas-Hospital zu London von William Brinton. Aus dem Eng- lischen übersetzt von Dr. H. O. BAUER. Mit vielen Holzschnitten, lü Bogen in gr. 8. Preis Thlr. 1. 18 sgr. oder fl. 2 48. kr.
\In/litf»inik:s»im lilinilr des Hotei-Dieu in Paris von Prof. Dr. Troasseau.
iUeillUIllMlie lYlIllllV Xach der II. Auflage übersetzt von Culmann
und Niemeyer. 3 Bände in Lex.-8. 18G5— 68. Preis Tbl fl. 14.
iVIir»i»nc/*nn T nictunrmn zum Zweck dcr ärztlichen Diagnostik von JllLlUöLU[J-lJt:iMUIlgCII Dr. Düben. Aus dem Schwedischen von Dr. TÜTSCHEK. Mit 4 Tafeln. 1858. 24 sgr. oder fl. 1. 24 kr.
IW t\r all c*»tif> I-fpilL-imJp bei der Behand,ung der nervösen Krank«
IflUldllMllC OtrilKUllUL, heiten von Dr. Padiolean. Preisgekrönt. Deutsch bearb. von Dr. Eiscnniann. 1SG5. 12 Bog. gr. 8°. Preis 1 Thlr. oder fl. 1.48 kr.
'T,riCpl1^fllrtjl/^nrlriii für Acrzte und Chirurgen herausgegeben von Dr. Schmitt 1 d^LIlLIIlldltrllUel früher Agalz). 18. Jahrgang. 1870. In Leinen geb. 21 sgr. oder fl. 1. 12 kr. Mit Papier durchschossen 1 Thlr. oder fl. 1. 42 kr.
Druck der Stahel'schen Buchdruckerei.